Chronik des Vereins

Chronik des SV Fortuna Bargen 1920 – 2010

Wie in fast allen anderen Ortschaften nahm das Fußballspielen auch bei uns in Bargen seinen Anfang. Nicht etwa aus den größeren Städten, wie Heidelberg oder Mannheim herein getragen, sondern direkt aus dem Fußballmutterland England importiert.
Zwei in Kriegsgefangenschaft geratene Bargener kamen mit diesem Spiel dort in Berührung und begeisterten damit nach ihrer Heimkehr die heimische Dorfjugend.
So kam es im Jahr 1920 zur Gründung des „FC Fortuna Bargen“.Gruendungsmannschaft

Weniger mit sportlichen, als mit den Schwierigkeiten einen zum Fußballspiel geeigneten Platz zu finden, hatten die Aktiven zu kämpfen. All sonntäglich mussten Forststangen als Tore auf verschiedenen Wiesen aufgestellt werden. Noch fehlte in dieser Zeit die Unterstützung der breiten Öffentlichkeit. Dieser Sport war, wie man sich gerne ausdrückte, eine Angelegenheit Jener, die sich tagsüber nicht müde schaffen konnten. Letztlich scheiterte hieran auch der Bestand des Vereins, nicht aber die Kameradschaft und der Zusammenhalt der Spieler. Bereits zu dieser Zeit wurde mit dem TSV Helmstadt eine sportliche Verbindung geschaffen, die viele Jahre Bestand hatte.
Erst 1946, nachdem die Männer aus dem Krieg, bzw. der Gefangenschaft heimgekehrt waren, erwachte langsam wieder der Wunsch nach einer sportlichen Betätigung. Mit dem Einverständnis der Sinsheimer Militärregierung wurde die erste Generalversammlung am 1. Juni 1946 einberufen und Adam Stitzelberger zum Vorsitzenden gewählt.
Ein für die Schuljugend in Ortsnähe gelegener Platz (Nähe der ehem. Fa. STAX) wurde zu einem Fußballspielfeld erweitert, der Verein erhielt den Namen „Sportverein Fortuna Bargen“, als Vereinsfarbe wählte man blau-schwarz.
Noch im gleichen Jahr nahm man an der 1. Verbandsspielrunde teil und landete im Mittelfeld. In den 3 folgenden Jahren war man immer an der Vergabe der Meisterschaft beteiligt, und belegte hinter den Vereinen Siegelsbach, Babstadt und Untergimpern leider nur den 2. Tabellenplatz.
Der bescheidene Kassenstand bei der Generalversammlung am 9.4.1949 in Höhe von DM 235,10 spricht für sich selbst.
Im 7. Verbandsspieljahr nach dem Kriege, war das ersehnte Ziel > Aufstieg in die Kreisklasse < erreicht.
Als ungeschlagener Herbstmeister konnte man die Meisterschaft der B-Klasse Nord mit nur einer Niederlage und 83:28 Toren erringen. Diese Leistung der Bargener Fußballer muss aus heutiger Sicht mit großer Bewunderung anerkannt werden, wenn man bedenkt, unter welchen Umständen damals Fußball gespielt wurde: ein wöchentliches Training war nicht möglich, da die meisten Spieler nur am Wochenende zu Hause waren, die Arbeitsplätze der Spieler in Stuttgart oder Mannheim und geringe Mobilität ließen oftmals eine Heimfahrt nicht zu.
Zu den umliegenden Auswärtsspielen ging man zu Fuß, größere Entfernungen wurden mit dem Fahrrad zurückgelegt. Gelegentlich war auch das einzige Auto am Ort, das mit Holzvergaser lief, ein willkommenes Transportmittel.
Nach 2 Jahren A-Liga fand man sich in der B-Klasse wieder.
Erst 1964 konnte der nächste Aufstieg mit einem 10-Punkte-Vorsprung gefeiert werden. Durch die Spielstärke der Mannschaft bewegte man sich zunächst in der Spitzengruppe mit Blick auf die damalige 2. Amateurliga.
Nachdem einige Leistungsträger aufgehört hatten, wurde die Verbandsrunde 1968 sieglos beendet.
Der alte Sportplatz musste der Flurbereinigung und Gewerbeansiedlung weichen. Mit großer Unterstützung aller Fußballer und auf Initiative vom damaligen Bgm. Fritz Pipo wurde am Ortsausgang nach Flinsbach ein neuer Rasenplatz errichtet und im Jahre 1961 eingeweiht.
In würdigem Rahmen wurde 1970 das 50jährige Vereinsjubiläum mit besonderem Höhepunkt, der Gründung einer Fußballdamenmannschaft gefeiert. Nach der Eröffnungsniederlage gegen die Damen von Neckarbischofsheim, konnten in den folgenden Jahren unter der bewährten Leitung von Meinrad Arnold große Erfolge und Meisterschaften gefeiert werden. Regelmäßig nahmen die Spielerinnen Silvia Licha, Margot Hoppe und Inge Weber geb. Neidig an den Kreisauswahlspielen teil. Leider musste die so erfolgreiche Damenmannschaft 1978 zurückgezogen werden, da der nötige Nachwuchs fehlte und die Spielerinnen selbst ihre Kinder bekamen.
Zwischenzeitlich wurde im Rahmen des Freizeitsportes wieder eine hoffnungsvolle Damenmannschaft ins Leben gerufen.
Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 14.7.1972 wurde der Beschluss zum Neubau eines Clubhauses gefasst. Der vorab geplante Flutlichtbau wurde aus Kostengründen noch zurückgestellt. Mit einem großen Sportfest wurde das Clubhaus im Jahre 1976 eingeweiht.
Besonders stolz war man darauf, dass man doch noch zu guter Letzt eine Flutlichtanlage mit Holzmasten im Zuge der Erdarbeiten stellen konnte.
Im Jahr 1977 wurde auf Initiative des Schriftführers Hermann Weber mit Herrn Dr. Schwabbauer von Dt. Metallfaserwerk, der 1. Werbevertrag abgeschlossen. Dieser sicherte dem Verein über viele Jahre eine jährliche Sachunterstützung in Höhe von bis zu DM 2.000,- zu. Zum Transport der Jugendmannschaften wurde uns von der Firma 1988 ein gebrauchter VW-Bus, der sage und schreibe 17 Jahre treue Dienste leistete, gestiftet.
Einzig sportlicher Höhepunkt war zu dieser Zeit das Erreichen des Kreispokalendspiels er 1. Mannschaft im Jahr 1975 gegen den HSV-Bezwinger VfB Eppingen (Erg. 0:5), nach einem 2:1 Erfolg im Halbfinale beim Amateurligisten SG Waibstadt.
1981 war eine umfassende Platzsanierung erforderlich, das wöchentliche Training fand für 2 Jahre auf dem Bolzplatz in Flinsbach statt und die sonntäglichen Heimspiele wurden beim TSV Helmstadt ausgetragen.
Im Laufe der Jahre wurde das Clubhaus umfassend renoviert, eine Garage, eine Bartheke mit Kühlraum gebaut, sowie eine neue Küche fürs Clubhaus angeschafft. Sportlich verliefen die Jahre nicht so erfolgreich, der Chronist kann nur von der Vize-Meisterschaft der 2. Mannschaft im Jahr 1990/91 berichten.
Mit einem Festbankett wurde am Freitag, den 19.5.1995 das 75-jährige Vereinsjubiläum besonders gefeiert. Die Resonanz und die Spendenfreudigkeit war so gut, dass wir uns aus dem Reinerlös das Festzelt kaufen konnten. Im gleichen Jahr wurde die Vereinszeitschrift „InFortuna“ vom Autorenteam, Heiko Braun, Mario Diemer, Jens Fogel, Andreas Leonhardt, Heinrich-Georg Nikolaus und Mario Weber ins Leben gerufen.
Nach 33 Jahren B-Liga Zugehörigkeit konnten wir 1997 den Aufstieg als Meister mit 63:14 Toren und 68 Punkten ganz knapp vor dem FC Eschelbronn feiern. Auch unsere II. Mannschaft wurde ungeschlagener Reservemeister. Ein freudiges Ereignis, das auch über mehrere Tage und von der Mannschaft an der Costa Brava gebührend gefeiert wurde. Nach nur 2 Jahren haben wir die A-Klasse wieder verlassen, schafften im Jahr 2000 den sofor-tigen Aufstieg als Vizemeister und Gewinner des Relegations-spieles gegen den A-Ligisten SG Untergimpern durch ein 2:1. Mit Mario Weber und seinen 31 Toren wurde erstmals ein Bargener Torschützenkönig der Kreisliga B. Wiederum nur 2 Verbandsrunden konnten wir die A-Klasse halten.
Die größte finanzielle Herausforderung für den Verein und seinen Verantwortlichen war im Jahr 2002 der Sportplatzneubau. Es war in jeder Hinsicht eine Mammutleistung aber man war stolz, dass nach über 25 jährigem Mühen nun doch ein zweiter Sport-platz gebaut werden konnte. Die Einweihung war im Juni 2003 umso schöner, hatte doch unsere Mannschaft unter Trainer Theo Strauß als Vizemeister den sofortigen Wiederaufstieg durch ein 2:1 im Relegationsspiel gegen den SV Babstadt geschafft. Als Tabellenletzter und mit nur 18 Punkten und 25:82 Toren sind wir wieder 2006 in die B-Klasse abgestiegen. Mit unserem Trainer Massimo Marrone basteln wir seit 2009 an der Verbesserung der Tabellensituation und sind zuversichtlich, dass wir das ersehnte Ziel <Wiederaufstieg> bis 2012 erreichen werden.
Jugendarbeit: Über viele Jahre wurde die Jugendarbeit recht stiefmütterlich behandelt. Als Karl Friedrich jr. 1981 seine aktive Fußballlaufbahn beendete erklärte er sich sofort bereit, den Jugendleiter zu übernehmen und einzelne Mannschaften zu aktivieren. Die ersten Erfolge stellten sich 1987 ein, als die E-Jugend mit Asbacher, Bargener u. Wollenberger Spieler Meister in ihrer Klasse wurden. Die Spielgemeinschaft Bargen/Helmstadt wurde 2 Jahre später sogar Kreismeister. Mit 51 Toren hatte der Bargener Mario Weber besonderen Anteil am Erfolg seiner Mannschaft.
Auch bis in die jüngste Zeit wiederholten sich die Erfolge im Jugendbereich durch die engagierte Arbeit von Jugendleiter Manfred Hönig und seinem Betreuerteam. Obwohl wir mit unserer schönen Sportanlage und einem überaus motivierten Massimo Marrone als Trainer die nötigen Voraussetzungen nun doch geschaffen haben, blieb leider personell für unsere Senioren-mannschaften nur wenig zählbares hängen.
Volleyballabteilung: Die Abteilung wurde 1979 von Manfred Liebeler nur mit einer Herrenmannschaft ins Leben gerufen, 1981 eine Damenmannschaft gegründet. 1989 schafften die Volleyballdamen mit 40 Punkten ungeschlagen den Aufstieg in die Bezirksliga. Durch Umzug, Verheiratung und mangels Masse musste die Abteilung 2007 ganz abgemeldet werden. Im Rahmen des Freizeitsportes ist man darum bemüht, auch das Volleyballspielen wieder innerhalb des Vereines anzubieten.
AH Sport: Unser Ehrenmitglied Theo Gugel war einige Jahre Trainer dieser Mannschaft. Leider wurde es immer schwieriger, die Truppe am Leben zu halten. Einige Aktive mussten alters-bedingt ihre Kickschuhe an den Nagel hängen, andere fanden nicht mehr die Zeit, regelmäßig am Trainings- und Spielbetrieb teil zu nehmen. Die wenigen Aktiven schlossen sich dann der AH Helmstadt an. Nun ist der Verein bemüht, unter der Leitung unseres Aktiven Alfons Ronellenfitsch den AH-Sport wieder zu aktivieren.
Auch das Kegeln und der Seniorensport soll regelmäßig ein fester Platz innerhalb des Vereines haben.